Munotsglöcklein

Auf des Munots altem Turme
schau hinaus ich in die Nacht.
Ueber Dächer, über Giebel
einsam halte ich die Wacht.
Leise rauscht des Rheines Welle,
leise rauscht des Kohlfirst Wald,
doch im Herzen pochts und hämmerts
meiner Liebe Allgewalt.

Klinge Munotsglöckelein
klinge bim-bam-bim-bam-bum
grüsse fein die Liebster mein
klinge bim-bam-bum.

Auf des Munots weiter Zinne
sah ich sie zum letzten Mal,
wie sie scherzend, kosend tanzte
auf dem grossen Munotsball.
Auf dem Turme musst ich wachen,
Gott, wie ist die Welt Betrug,
denn man küsste mir mein Liebchen,
während ich die Stunden schlug.

Klinge....

Als ich sah dies frech Gebaren,
zog ich wütend an dem Strang
und ich schlug so fest die Stunde,
dass die kleine Glocke sprang.
Seither sind des Glöckleins Klänge
so von stillem Weh erfüllt,
dass den Menschen selbst im Städtchen
Trän um Trän dem Aug entquillt.

Klinge....